In der Töpferei pflegen die Japaner eine einzigartige Form ästhetischer Kommunikation. Die heutige Keramikszene ist aber keineswegs das Resultat einer ungebrochenen Tradition, sondern das Ergebnis von Wiederbelebung und Neuerfindung.
Wer schon in den Genuss japanischer Kochkunst gekommen ist, weiss um die Schönheit der Speisen-Arrangements. Nicht nur werden die mundgerecht zugeschnittenen Esswaren in raffinierter Weise getürmt, gestapelt und zu kleinen, kunstvoll aufeinander abgestimmten Gebilden gebüschelt. Sie werden auch in unzähligen Schälchen, Tellerchen, Plättchen und Schüsselchen gereicht, die in Materialität, Formgebung, Textur und Farbe von erstaunlicher Vielfalt sind. Im Gegensatz zur westlichen Tafelkultur kennt man in Japan kein einheitliches Geschirrservice. Das Diner in einer traditionellen Unterkunft (ryokan) wird in bis zu dreissig oder mehr verschiedenen Gefässen serviert. Zahlreich sind auch die für das Geschirr verwendeten Materialien: Zu Steinzeug und Porzellan gesellen sich je nach Jahreszeit Lackwaren, Bambus und Glas. Die Hauptrolle jedoch spielen Keramiken von unterschiedlichster Beschaffenheit.